
Et Plünnen Huus

Rauch und der Geruch von abgestandenem Bier hängen in der Luft. Ein Feuer knistert im Kamin, irgendwo lacht jemand zu laut und feiner Tabakrauch zieht wie Nebel unter der Decke entlang.
Das gedämpfte Stimmengewirr der Dorfbewohner mischt sich mit dem Klappern schwerer Tonkrüge auf den dunklen Holztischen. Es riecht nach trockenem, brennendem Buchenholz und dem süßlichen Aroma von Pfeifentabak, der in der Luft zu stehen scheint.
Die dicken Bienenwachskerzen werfen einen weichen, flackernden Lichtschein, der sich auf den grob gezimmerten Holztischen spiegelt. Der Duft von Eintopf und frisch gebackenem Brot mischt sich mit dem säuerlichen Geruch von verschüttetem Bier, das längst in die schweren Eichendielen eingezogen ist.
Als deine Augen sich an das gedämpfte Licht gewöhnt haben, siehst du einen Dachs hinter seinem Tresen, der dich flüchtig grüßt. Ein paar Gäste sind im Raum verteilt, du kennst niemanden, bis du eine Stimme hörst, die dir bekannt vorkommt. Nicht weit entfernt sitzt Jette am Tisch und löffelt heißen Eintopf aus einer Schale. Neben ihr sitzt eine weitere Frau, die du bisher noch nicht gesehen hast.
Wonach steht dir Jetzt der Sinn?

Welches Fest? Du setzt dich ungefragt zu den Frauen
Kaum hast du dich gesetzt, schaut Jette dich über ihre Brille hinweg an: „Setz dich ruhig, du störst kein bisschen.“ Schon hebt sie die Hand Richtung Tresen und brüllt laut durch den Raum, sodass es auch im äußersten Winkel jeder hören kann:
„Wirt, bring uns drei Bier, der Fremdling hier zahlt!“ Sie wendet sich wieder an dich: „So etwas kann einem passieren, wenn man sich ungefragt zu zwei Damen an einen Tisch setzt, die nicht ganz so damenhaft sind.“
Sie schaut zu ihrer Tischnachbarin hinüber: „Nicht wahr, Inge, die Dame haben wir uns längst abgewöhnt.“ Beide Frauen kichern und fahren mit ihrem Gespräch fort, als wärst du nicht anwesend, während der Wirt eilig kommt und die drei Biere auf den Tisch stellt.
„Also Inge, was ist nun mit dem Fest? Es findet schon bald statt, und das ganze Dorf wird mitfeiern. Wie weit sind wir denn nun mit der Planung?“
Jette schaut Inge fragend an, die sofort in ihrem Beutel kramt und mehrere lose Blätter hervorzaubert. Sie sortiert diese kurz, nimmt einen großen Schluck vom frischen Bier und schaut zu dir:
„Prost! Mein Name ist übrigens Inge Igel“, stellt sie sich vor, „entschuldige meine Schürze, ich komme gerade vom Waschplatz und muss nur schnell etwas mit Jette bereden. Es geht um das große Fest auf dem Dorfplatz.“
Während sie sich mit dem Ärmel ihres Kleides den Schaum vom Mund wischt, fährt sie an Jette gewandt fort: „Also der Ort steht, wir feiern am besten auf dem Dorfplatz. Falls es regnet, können wir dort die großen Planen aufhängen, sodass nichts ins Wasser fällt. Für den Schmuck ist schon gesorgt und ein paar Fackeln wird Bauer Maus spendieren. Die Frauen aus dem Dorf sorgen für das Essen. Gisela Gans kümmert sich um die Organisation, damit auch alles da ist und wir nicht nur jede Menge Kuchen haben, wie im letzten Jahr, weil alle so gerne backen. Habe ich etwas vergessen?“ Sie macht ein nachdenkliches Gesicht.
Jette überlegt einen kurzen Moment und lacht dann los: „Klar haben wir etwas vergessen, die Hauptpersonen. Doch das hat noch Zeit bis zum nächsten Treffen. Findest du nicht auch?“
Inge nickt, ebenfalls lächelnd: „Wie konnte ich nur so dumm sein und das Wichtigste vergessen?“ Beide prosten dir noch einmal zu, bevor sie sich erheben. Inge schaut zu dir rüber: „Jetzt weißt du gar nicht, worum es geht. Doch das ist nicht tragisch, Jette kann es dir später erklären. Im Dorfarchiv gibt es dazu wohl auch noch etwas zu lesen.“

Du sprichst mit dem Wirt
Ohne dich zu fragen, schiebt der Wirt dir ein Bier über den Tresen. „Neu im Dorf?“, will er wissen, und noch bevor du den Mund aufmachen kannst, fährt er fort:
„Nicht viel los hier. Ruhig und beschaulich, so mögen wir es. Hektik ist etwas für die Menschen. Sollen die sich ruhig mit ihrem Stress herumschlagen.“ Er wischt mit dem Lappen über die ohnehin schon blitzsaubere Theke und mustert dich. „Über ein paar Dinge will ich dich aufklären, falls du länger bleibst.“
Er beginnt, es an den Fingern abzuzählen: „Erstens: Immer schön freundlich bleiben, dann sind auch alle freundlich zu dir. Zweitens: Wenn du etwas wissen willst, frag Jette. Die kennt sich aus und weiß fast alles über fast jeden. Ein Besuch im Dorfarchiv lohnt sich deshalb immer.“
Er hält inne und betrachtet seine Finger. „Drittens … was war drittens? Ach ja. Bleib nicht ewig hier hocken. Wenn du einen anderen Ort suchst, schau im Baumhaus nach dem Kartenportal, das bringt dich überall hin. Außerdem hängt dort auch das schwarze Brett, auf dem man über Neuigkeiten informiert wird.“
Er nickt zufrieden. „Das war es. Jetzt muss ich mich sputen, gleich geht der Ansturm los.“ Er sieht in den fast leeren Raum, und niemand rührt sich.
Er hat sich schon abgewendet, als ihm noch etwas einfällt: „Weil du so nett zugehört hast, noch eine Kleinigkeit, falls du Rätsel magst. Es gibt eines rund um dieses Gasthaus, du musst es nur finden und lösen!“
Er lacht und murmelt im Fortgehen: „Ja, lösen … als hätten es nicht schon viele, viele vor dir versucht!“

Wohin als nächstes?