
Jette wird sauer

Jette verlässt ihren Platz am Herd und kommt auf dich zu.
Nicht eine Sekunde lässt sie dich aus den Augen, während die Federbüschel auf ihren Ohren zittern und sich eine tiefe Falte zwischen ihren großen, runden Augen bildet:
„Feder nicht gefunden?“
Sie deutet auf die Feder, die unübersehbar auf dem Schreibtisch liegt.
„Tür nicht gefunden?“
Sie dreht sich ein wenig zur Seite und weist auf den Ausgang.
„Schwerhörig oder taub?“
Ihre Stimme schwillt plötzlich an. Für eine so kleine Person besitzt sie ein beachtliches Klangvolumen.
Langsam scheint sie sich zu beruhigen und wechselt wieder in ihren normalen Tonfall:
„Was stimmt nicht mit dir? Warum stehst du hier noch herum? Habe ich nicht gesagt, dass ich im Moment niemanden gebrauchen kann?“
Sie wirft einen kurzen, besorgten Blick auf ihren Topf, scheint aber zufrieden zu sein und wendet sich dir wieder zu. Sie sieht dir tief in die Augen und beginnt sehr langsam, jedes Wort überdeutlich zu betonen, als würde sie versuchen, zu einem begriffsstutzigen Kind durchzudringen:
„Noch einmal, nur für dich: ICH HABE GERADE KEINE ZEIT! GEH BITTE DURCH DIESE TÜR UND SCHAU DICH DORT UM!“
Kaum ausgesprochen, springt die Tür wie von Geisterhand auf. Jette klingt nun gar nicht mehr ruhig, sondern so, als sei sie ernsthaft erbost:
„Solltest du immer noch keine Lust haben durch diese Türe zu gehen, wird dir gerne jemand bei der Entscheidung helfen!“
Mit Nachdruck fügt sie hinzu: „Hier bleibst du jedenfalls nicht! Das wissen wir doch wohl beide. Aber ich gebe dir noch einen Moment Bedenkzeit.“
Ohne dich auch nur zu Wort kommen zu lassen, wendet sie sich wieder ihrem Topf zu.
DIE eNTSCHEIDUNG LIEGT BEI DIR!