Wohin mit der Wäsche?

In Jettes Wohnküche ist es heimelig warm. Es riecht nach frischen Kräutern, die sie über dem Herd zum Trocknen aufgehängt hat. Nur Jette ist nicht da! Die Glocke unten bei der Eingangstüre hat schon nichts bewirkt, zum Glück war die Türe zum Baumhaus wenigstens offen.

„Guten Morgen“, erklingt plötzlich eine etwas krächzende Stimme hinter dir. Du erschrickst, als du so abrupt und unerwartet aus deinen Gedanken gerissen wirst. Du erwiderst den Gruß, als Jette bereits fortfährt: „Dass es hier keinen gibt, der einem die Türe öffnet, hast du also bemerkt. Sehr löblich. Ein bisschen hatte ich ja Angst, dass du unten stehen bleibst und wartest. Zum Glück warst du schlau genug, einfach hochzukommen. Setz dich doch, der Tee ist gerade fertig.“ Dann fällt ihr Blick auf die Wäsche, die du über dem Arm trägst.

„Scheint so, als wolltest du dich neu einkleiden. Wobei, nur eine Socke? Merkwürdig, welche Vorlieben so mancher entwickelt, aber mir soll es ja egal sein. Jeder, wie er mag. Was gefällt, macht schön.“

Du klärst sie auf, woher die Wäsche stammt und dass du nicht weißt, was du damit tun sollst, und fragst sie, ob es wohl ein Fundbüro gibt.

Jette lacht herzlich: „Nein, ein Fundbüro gibt es nicht! Das wäre wohl das Letzte, was wir brauchen, und wer soll das auch verwalten?“ Immer noch grinsend spinnt sie den Gedanken an ein Fundbüro weiter:

„Entschuldigen Sie, ich habe diese Nacht meinen Mann verloren, wurde er vielleicht abgegeben? Oh, nein – leider, doch sehen Sie mal im Gasthof nach, ich hörte da ein lautes Schnarchen! Wie wäre es damit: Ich habe meine Geduld verloren, könnte sie vielleicht hier sein? Nein? Dann sehe ich noch bei meiner Schwiegermutter vorbei, dort hatte ich sie zuletzt!“ Jette kann sich kaum noch halten vor Lachen. Bevor ihr noch mehr solcher „Fundstücke“ einfallen, erinnerst du sie an die Wäsche.

Langsam beruhigt Jette sich wieder und überlegt einen Moment: „Leg sie am Brunnen ab! Es wird sich schon der Besitzer finden und sie mitnehmen. Falls nicht, gibt es sicher den ein oder anderen, der es mag, nur eine Socke zu tragen. Du kannst sie auch hierlassen, ich wollte gleich eh ins Dorf gehen, dann nehme ich sie mit.“

Du bedankst dich für das Angebot, legst die Wäsche ab und machst dich auf den Weg.