
Der Dorfplatz

Es ist noch früh am Morgen, irgendwo kräht ein Hahn. Der menschenleere Dorfplatz ruht in einer tiefen, friedlichen Stille, während die warme Morgensonne die Szenerie in ein weiches, goldenes Licht taucht. Ihre Strahlen lassen das dunkle Holz der umstehenden Fachwerkhäuser noch stärker hervortreten und werfen lange Schatten auf den fest getretenen Sandboden.
Du genießt die Ruhe, die sicher nicht mehr lange anhalten wird. Denn die Geräusche, die bereits aus den Häusern dringen, zeigen an, dass die Dorfbewohner bald geschäftig ihrem Tagwerk nachgehen werden.
Schon erscheinen einzelne Bewohner auf dem Platz. Der Kaufmann öffnet seinen Laden und stellt gut gelaunt seine Waren vor die Türe. Er winkt dir freundlich zu und sein fröhliches „Guten Morgen!“ gibt dir das Gefühl, bereits ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein.
Du stehst noch etwas verloren neben dem Brunnen, als der Bürgermeister auf der anderen Seite des Platzes aus seiner Haustüre tritt, dich erblickt und dir etwas zuruft.
Genau in diesem Moment klappt beim Kaufmann der Tisch mit den dargebotenen Töpfen und Pfannen zusammen.
Ein lautes Scheppern von Metall tönt über den Platz, gefolgt vom wütenden Fluchen des Fuchses. Das plötzliche Chaos schneidet den Ruf des Bürgermeisters komplett ab – du verstehst nicht einmal den Ansatz. Du glaubst, das Wort „Fest“ herausgehört zu haben. Es könnte jedoch genauso gut „Test“, „Stress“ oder „Backpflaumen“ gewesen sein. Bei genauerer Überlegung wird dir klar, dass du im Grunde gar nichts Verständliches gehört hast. Da wäre es schon einfacher, die deftigen Worte des Kaufmanns zu wiederholen, hätte deine Mutter dich nicht so gut erzogen.

was er wohl wollte? Du gehst hinüber zum Bürgermeister
Mit zügigen Schritten überquerst du den Dorfplatz und gehst direkt auf den Bürgermeister zu, der das Malheur des Kaufmanns ebenfalls beobachtet hat. Als du dich ihm näherst, wendet er den Blick von den herumrollenden Töpfen ab und sieht dich mit einem entschuldigenden Lächeln an.
„Guten Morgen!“, begrüßt er dich freundlich und deutet hinüber zum Kaufmann, der fleißig seine Sachen aufsammelt. „Da hat uns der gute Meister Fuchs ja ein ordentliches Spektakel beschert. Er weiß eben, wie man die Dörfler aufweckt. Doch da du schon einmal da bist, wollte ich dich etwas fragen. Was war es doch gleich?“ Seine Stirn legt sich in Falten, was auf angestrengtes Nachdenken schließen lässt.
Du überlegst, ob du ihm vielleicht auf die Sprünge helfen sollst, und fragst ihn: „Hat es etwas mit Backpflaumen zu tun?“
Sein Blick ist nicht schwer einzuordnen. „Backpflaumen? Hast du vielleicht eine Pfanne abbekommen?“ Er sieht dich, halb mitleidig, halb ernsthaft besorgt an. Dann scheint ihm wieder eingefallen zu sein, was er sagen wollte: „Im Grunde wollte ich nur fragen, ob du heute auch zum Fest kommst.
„Ach, da fällt mir noch etwas ein: Du bist ja nicht aus der Gegend und kennst dich in unserer Geschichte noch nicht so gut aus. Es gibt nämlich einen Grund, dieses Fest zu feiern. Welcher das ist und worum es genau geht, kannst du bei Jette im Dorfarchiv erfahren. Ich würde es dir gerne selbst erklären, aber du weißt ja: Für den Bürgermeister gibt es immer etwas zu tun.“
Damit verabschiedet er sich und geht zurück ins Haus.

Wohin als nächstes?