Der Dorfplatz

Es ist noch früh am Morgen, irgendwo kräht ein Hahn. Der menschenleere Dorfplatz ruht in einer tiefen, friedlichen Stille, während die warme Morgensonne die Szenerie in ein weiches, goldenes Licht taucht. Ihre Strahlen lassen das dunkle Holz der umstehenden Fachwerkhäuser noch stärker hervortreten und werfen lange Schatten auf den fest getretenen Sandboden.

Du genießt die Ruhe, die sicher nicht mehr lange anhalten wird. Denn die Geräusche, die bereits aus den Häusern dringen, zeigen an, dass die Dorfbewohner bald geschäftig ihrem Tagwerk nachgehen werden.

Schon erscheinen einzelne Bewohner auf dem Platz. Der Kaufmann öffnet seinen Laden und stellt gut gelaunt seine Waren vor die Türe. Er winkt dir freundlich zu und sein fröhliches „Guten Morgen!“ gibt dir das Gefühl, bereits ein Teil dieser Gemeinschaft zu sein.

Du stehst noch etwas verloren neben dem Brunnen, als der Bürgermeister auf der anderen Seite des Platzes aus seiner Haustüre tritt, dich erblickt und dir etwas zuruft.

Genau in diesem Moment klappt beim Kaufmann der Tisch mit den dargebotenen Töpfen und Pfannen zusammen.

Ein lautes Scheppern von Metall tönt über den Platz, gefolgt vom wütenden Fluchen des Fuchses. Das plötzliche Chaos schneidet den Ruf des Bürgermeisters komplett ab – du verstehst nicht einmal den Ansatz. Du glaubst, das Wort „Fest“ herausgehört zu haben. Es könnte jedoch genauso gut „Test“, „Stress“ oder „Backpflaumen“ gewesen sein. Bei genauerer Überlegung wird dir klar, dass du im Grunde gar nichts Verständliches gehört hast. Da wäre es schon einfacher, die deftigen Worte des Kaufmanns zu wiederholen, hätte deine Mutter dich nicht so gut erzogen.